Schweiz

Dass man mit Ostereiern durchaus mehr anfangen kann, als sie nur zu essen, machen die Schweizer vor. Es gibt viele Bräuche - Ostern wird von Kanton zu Kanton unterschiedlich gefeiert.

Der Ostersonntag beginnt vielerorts mit dem Suchen von Ostereiern, die in der Nacht auf wundersame Weise von Osterhasen vesteckt worden sind.

Neben dem Brauch des Eiersuchens, der im ganzen Land bekannt ist, gibt es auch Traditionen, die nur in einzelnen Regionen bekannt sind:

  • In Mendrisio, im italienischsprachigen Kanton Tessin, finden jedes Jahr in der Karwoche Osterprozessionen statt. Bei den Umzügen am Gründonnerstag und am Karfreitag wird die biblische Passionsgeschichte dargestellt.
  • Im westschweizer Städtchen Romont tragen schwarz gekleidete und verhüllte Klageweiber ('Les Pleureuses') am Karfreitag auf scharlachroten Kissen die Marterwerkzeuge Christi und das Tuch, mit dem die heilige Veronika den Schweiss von Christi Stirn abgewischt hatte, während dieser das Kreuz trug, durch die Strassen. Begleitet werden diese Klageweiber von Gesängen und Gebeten.
  • In Nyon, in der Nähe von Genf, werden in der Osterzeit - einem alten deutschen Brauch folgend - die Brunnen mit Blumen, Zweigen, Bändern und farbigen Eiern dekoriert.
  • Im Kanton Wallis gehört in einzelnen Dörfern die Verteilung von Brot, Käse und Wein zu einer uralten Ostertradition.
  • In Luzern werden jedes Jahr Osterfestspiele mit einer Reihe von Osterkonzerten durchgeführt.
  • Etwas Geschick erfordert die alte Zürcher Tradition des 'Zwänzgerle', ein Brauch, der dazu dient, das Taschengeld der Kinder etwas aufzubessern (aus technischen Gründen konnte der Brauch nicht der Teuerung angepasst werden). Die Spielregeln sind einfach: die Kinder strecken ihre Ostereier den Erwachsenen hin und diese müssen versuchen, ein Zwanzigrappenstück so auf das Ei zu werfen, dass dieses stecken bleibt. Prallt die Münze ab, gehören Ei und Geldstück dem Kind, bleibt das 'Zwänzgerli' stecken, bekommt der Werfer oder die Werferin Ei und Geld.
  • Wer am Ostersonntag nachmittags durch das Berner Dorf Rumendingen spaziert, mag sich fragen, warum die Menschen mit Holzstecken um sich werfen. Die Antwort ist einfach: sie 'knütteln'. Früher war diese Beschäftigung im ganzen Emmental verbreitet, heute wird sie nur noch in Rumendingen gepflegt. Entstanden war das Knütteln, weil an es an Ostern verboten war, zu hornussen, schwingen oder zu schiessen. Im Kampf gegen die Langeweile erfand man eben das Knütteln, das mit dem Boccia-Spiel verwandt ist: Der älteste Teilnehmer wirft einen Stock, alle anderen versuchen, ihre Stöcke möglichst nahe zu platzieren. Wer am weitesten entfernt ist, erhält einen so genannten 'Hick', wer am meisten 'Hicke' hat, muss anschliessend im Restaurant eine Runde ausgeben.

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